1957 → 2027

Unsere Geschichte

Von 60 DM Startkapital im Gasthaus Frank bis zum 70-jährigen Jubiläum: die Chronik des Burschenvereins „Stolzer Adler“ Holzheim am Forst seit 1957.

Was 1957 mit einem Kranz, einer Grabrede und 20 Mark begann, ist heute einer der traditionsreichsten Vereine in Holzheim am Forst. Begleitet uns auf eine Reise durch fast 70 Jahre Burschenverein, mit allen Höhen, ein paar Tiefen und ganz viel Zusammenhalt.

„Ein innig Band hält zusammen Leut’ und Land“
(Leitspruch auf der Vereinsfahne von 1958)

  • 34 Burschen bei der Gründung 1957
  • 60 DM Startkapital
  • über 70 Vereine im Festzug 2007
  • rund 10.000 Gäste beim 50-Jährigen 2007
  • 70 Jahre Stolzer Adler im Jahr 2027

Chronik

Von 1957 bis heit

  1. 1957

    Ein Kranz, 60 Mark und 34 Burschen

    Am Anfang stand ein trauriger Anlass: Am 9. Februar 1957 starb Rupert Gaßner aus Dornau mit nur 21 Jahren an den Folgen eines Arbeitsunfalls. Seine Holzheimer Freunde und Schulkameraden erwiesen ihm bei der Beisetzung in Kallmünz die letzte Ehre, legten einen Kranz nieder, und Johann Eibl hielt eine würdige Grabrede. Der Vater des Verstorbenen war von dieser Geste so bewegt, dass er den jungen Männern 20 DM überließ.

    Auf Initiative von Johann Eibl wurde dieses Geld zum Grundstock eines eigenen Burschenvereins. Wirt Alois Frank vom Gasthaus „Schwarzer Adler“, besser bekannt als Gasthaus Frank, legte weitere 20 DM dazu, und noch einmal 20 DM kamen aus früheren Veranstaltungen: 60 DM Startkapital.

    Am 22. Februar 1957 wurde der Burschenverein „Stolzer Adler“ Holzheim am Forst in der Gründungsversammlung mit 34 anwesenden Burschen im Gasthaus Frank gegründet. Johann Eibl wurde 1. Vorstand, Georg Ederer 2. Vorstand, Josef Frank Kassier und Johann Eichenseer Schriftführer; etwas später kam Johann Sußbauer als Kassenrevisor dazu. Vereinslokal wurde das Gasthaus Frank, Vereinssymbol ein blauer Binder mit aufgesticktem Adler. Am 26. April 1957 wurde die Satzung angenommen.

    Noch im ersten Jahr nahm die „Kreisvereinigung der freien Burschenvereine des Kreises Burglengenfeld“ (KBV) den jungen Verein auf. Und ebenfalls noch im Gründungsjahr fanden die erste Burschenkirchweih und die erste Christbaumversteigerung statt.

  2. 1958

    Fahnenweihe und erstes Gründungsfest

    Historisches Schwarz-Weiß-Gruppenfoto der Vereinsgründer beim Gründungsfest 1958
    Die Vereinsgründer beim Gründungsfest 1958

    Im September 1957 beschlossen die Burschen, ihre Fahnenweihe zu feiern, und im November die Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne. Sie zeigt bis heute unverändert auf der einen Seite einen Adler und auf der Rückseite die Holzheimer Blümlbergkirche mit dem Leitspruch „Ein innig Band hält zusammen Leut’ und Land“.

    Als Patenverein sagte der A.T.S.V. Kallmünz zu, Fahnenmutter wurde Therese Lautenschlager, Festleiter Lehrer Sickinger. Am 21. und 22. Juni 1958 stieg dann das Gründungsfest in einem Festzelt für rund 2.000 Gäste, zusammen mit der 950-Jahr-Feier des Ortes Holzheim. Fackelzug, Weckruf und Böllerschüsse, die Feldmesse mit Fahnenweihe und ein stattlicher Festzug durchs geschmückte Dorf machten das Fest für viele zum unvergesslichen Ereignis.

    Als Nachklang ging es im August auf eine dreitägige Fahrt an den Bodensee. Das war der Beginn einer langen Tradition gemeinsamer Ausflüge.

  3. 1959 bis 1976

    Johannifeuer am Blümlberg und ein eigener Weg

    Nach den aufregenden Anfangsjahren fand der Verein seinen Rhythmus: Christbaumversteigerung, Burschenbälle, Johannifeuer, Burschenfeste, Ausflüge, Burschenkirwa, Schubkarrenrennen und Preisschafkopfen prägten das Burschenjahr. 1959 standen die Holzheimer dem A.T.S.V. Kallmünz und dem Burschenverein Bubach a. d. Naab als Pate zur Seite.

    Drei Jahre später organisierten die Burschen eine „Fahrt ins Blaue“ und hielten das traditionelle Johannifeuer am Blümlberg in gemütlicher Runde ab. Was damals mit einem relativ kleinen Feuer und einem Fass Bier begann, wurde zu einem der schönsten Dorffeste im Jahreslauf.

    1969 entstand ein neues Wandbild der Mitglieder, 1972 trat der Verein aus der Kreisburschenvereinigung aus und ging fortan seinen eigenen Weg. Die Burschen strichen das Leichenhaus, legten einen Kompostierplatz für den Friedhof an und führten Waldreinigungen durch. 1975 gründeten sie sogar eine eigene Fußballmannschaft, die gegen andere Vereine und bei Pokalturnieren antrat.

  4. 1978

    20 Jahre: mutig unter freiem Himmel

    Trotz eines finanziellen Engpasses feierten die Burschen am 15. und 16. Juli 1978 ihr 20-jähriges Gründungsfest, mit Festleiter Willy Lautenschlager, Vorstand Otto Eibl und 13 Festdamen. Pate war der katholische Burschenverein Bubach am Forst.

    Gefeiert wurde nicht im Zelt, sondern mutig unter freiem Himmel im Garten des Schulhauses. 1. Bürgermeister Ernst Franek eröffnete das Fest als Schirmherr mit dem Bieranstich. Nach dem Festgottesdienst in der Kirche St. Ägidius zog ein farbenprächtiger Festzug mit rund 30 Vereinen durchs Dorf.

    1980 revanchierten sich die Holzheimer als Pate beim 50-jährigen Jubelfest in Bubach. 1983 wurde das Gasthaus Sußbauer zum neuen Vereinslokal.

  5. 1987

    30 Jahre und die erste Festschrift

    Einstimmig beschlossen die Burschen 1985 das Fest zum 30-jährigen Bestehen. 1. Festleiter wurde Gerhard Karl, zum Festausschuss gehörte auch der spätere Vorstand Klaus Dirnhofer. Der Burschenverein „Enzian“ Steinsberg übernahm beim Patenbitten am 25. April 1987 gerne die Patenschaft.

    Zum Jubiläum erschien erstmals eine Festschrift mit Vereinschronik und kurzer Ortschronik. Vom 3. bis 6. Juli 1987 wurde vier Tage lang gefeiert, mit Bürgermeister Ernst Franek als Schirmherr und Landrat Rupert Schmid als Ehrenschirmherr. Ein voller Erfolg!

  6. 1997

    Zusammenhalt in schwierigen Jahren und 40 Jahre Verein

    Die frühen 1990er waren keine leichten Jahre: Wechselnde Pächter im Vereinslokal machten regelmäßige Bälle schwer. Dafür wurde das Johannifeuer in dieser Zeit insgeheim zur Hauptveranstaltung des Jahres. Die wichtigste Säule aber blieb der Zusammenhalt unter den Burschen.

    Für das 40-jährige Gründungsfest planierten die Burschen eigenhändig den Schulhausgarten als Festplatz. Vom 18. bis 21. Juli 1997 wurde gefeiert, mit Festleiter Hans Dirnhofer, Vorstand Herbert Eichenseer, Schirmherr Fritz Auburger, Ehrenschirmherr Bürgermeister Richard Wittl, 17 Festdamen und erneut dem katholischen Burschenverein Bubach am Forst als Pate. Höhepunkte: die Ehrung aller bisherigen Vorstände und ein Festzug mit knapp 70 Vereinen.

    Im selben Jahr halfen die Burschen bei der Neugestaltung des Spielplatzes in der Grubstraße, 1999 gab’s seit Langem wieder einen Tanzkurs für die Dorfjugend.

  7. 2002 bis 2006

    Summer-Revival-Party, Kirwatanz und ab ins Internet

    Auf Initiative von Vorstand Maximilian Sickinger stieg im August 2002 die erste „Summer-Revival-Party“ in der Maschinenhalle von Karl Kerres, ein voller Erfolg im Jahr des 45-jährigen Bestehens. Im selben Sommer veranstalteten die Burschen einen Kirwatanz zugunsten der Hochwasseropfer und konnten 6.400 Euro an Landrat Mirbeth übergeben.

    Am 23. November 2003 beschloss der Verein seine erste eigene Internetseite. 2004 gab es bei der Kirwa erstmals den „Tanz um den Kirwabaum“, 2005 stand der BV dem Burschenverein Pottenstetten bei dessen 75-jährigem Gründungsfest als Pate zur Seite, und 2006 folgten eine zweitägige Summer-Revival-Party mit Bayerischem Abend und eine Burschenkirwa mit Baumwache.

  8. 2007

    50 Jahre: ein Fest der Superlative

    Vom 7. bis 10. Juni 2007 feierte der Stolze Adler sein 50-jähriges Gründungsfest: mit Festleiter Konrad Beer, Schirmherr Albert Sußbauer, Gründungsvorstand Johann Eibl als Ehrenschirmherr, Festmutter Gerlinde Eibl und 14 Festdamen. Im Festzelt für fast 2.500 Gäste spielten unter anderem der „Froschhax’n Express“, die „Ursprungbuam“ aus Tirol und die „Blaumeisen“.

    Der Festsonntag mit Festgottesdienst in St. Ägidius und einem prächtigen Festzug mit über 70 Vereinen bei Kaiserwetter krönte das Wochenende. Rund 10.000 Gäste an allen Festtagen: ein imposanter Beweis, was die Burschen zusammen mit der Dorfgemeinschaft leisten können.

    Vom Gewinn gaben die Burschen etwas zurück: mit Spielgeräten für den Spielplatz an der Grubstraße und einer Spende an die Wittmann-Stiftung. Den Kirwabaum stellten sie 2007 im Rahmen der 1000-Jahr-Feier der urkundlichen Nennung von Holzheim am Forst auf.

  9. 2008 bis 2016

    Adler im Kirwabaumloch, Brouwadl-Rock und e.V.

    2008 entstand ein neues Wandbild der Mitglieder. Laut Chronik (2017) ist es das einzige der Burschen-Wandbilder, das im Gasthaus Koller hängt. Der Standort des Kirwabaumlochs wurde von der Dornauer Straße in den Schulgarten am künftigen Gemeindezentrum verlegt. 2012 wurde das neue Loch betoniert und mit einem Gussdeckel mit Adler-Emblem abgedeckt.

    In den Jahren 2009 bis 2011 schaffte der Verein unter anderem ein eigenes Barzelt fürs Johannifeuer und einen neuen Fahnenschrank an. 2010 ging der BV auf Facebook und spendete den Erlös einer Schlittenfahrt am Simmerlberg an die Luftrettung.

    Zum 55-Jährigen 2012 gab es in der Dirnhoferhalle einen Bayerischen Abend und die Partynacht „Brouwadl-Rock“ mit rund 1.000 Gästen, 2015 folgte die Neuauflage. 2014 feierten die Burschen erstmals Kirwatanz im neuen Gemeindezentrum, mit sieben Paaren beim Tanz um den Baum.

    Nach Beschlüssen in zwei Versammlungen 2013 wurde der Burschenverein am 12. Mai 2015 ins Vereinsregister eingetragen. Seitdem heißt es offiziell: Burschenverein „Stolzer Adler“ Holzheim am Forst e.V.

  10. 2017

    60 Jahre Stolzer Adler

    Burschenverein mit Festbraut, Festdamen und Schirmherren 2017 vor der Kirche, mit Vereinsfahne
    Der Verein mit Festbraut, Festdamen und Schirmherren 2017

    Spät, aber gewiss nicht zu spät fand sich ein 13-köpfiger Festausschuss unter Festleiter Martin Gaßner, der am 1. August 2016 im Vereinsgasthaus Koller zur ersten Sitzung zusammenkam. 13 junge Festdamen um Festbraut Stefanie Humbs begleiteten den Verein durchs Festjahr.

    Beim Festbrautbitten im April gewannen die Burschen Altbürgermeister Richard Wittl als Schirmherrn und Gründungsvorstand Hans Eibl als Ehrenschirmherrn. Am 6. Mai 2017 folgte das Patenbitten bei den Kallmünzer Burschen. Vom 4. bis 6. August 2017 wurde dann gefeiert, mit Oktoberfestparty, Bayerischem Abend und Festsonntag samt Kirchenzug, Festgottesdienst und Festzug.

    Zum Rückblick auf 2017

  11. 2027

    70 Jahre: des wird gfeiert!

    Burschen in blauen Vereinsshirts und Lederhosen beim Kirwabaum
    Die Burschen vom Stolzen Adler heute

    2027 wird der Burschenverein „Stolzer Adler“ Holzheim am Forst 70 Jahre alt. Das feiern wir mit dem 70-jährigen Gründungsfest, der genaue Termin folgt. Die nächste Seite der Chronik schreiben wir gemeinsam: mit euch, unseren Altburschen, Festdamen, Freunden und Gästen aus Nah und Fern.

    Alles zum Fest 2027

  12. 2027

    70 Jahre Stolzer Adler

    Die nächste Seite unserer Chronik schreiben wir gemeinsam (2027 · Termin folgt).

    Zum Gründungsfest

Quelle Grundlage: „60 Jahre in Worten: Die Chronik des Burschenvereins „Stolzer Adler“ Holzheim am Forst e.V.“, zusammengestellt und verfasst von Franz Beer (Redaktionsschluss 22. Mai 2017). Für die Website gekürzt und in Kapitel gegliedert; Ergänzung 2027 nach Angaben des Vereins.